Mit markantem Innendesign evoziert das Restaurant Cracco in Mailand eine einzigartige Eleganz


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In Mailand im Auftrag (sehen Sie sich diesen Raum an) konnte ich endlich Cracco erleben, das gleichnamige neue Restaurant von Italiens Sternekoch Carlo Cracco. Ebenso überzeugend wie das erfinderisch schicke Essen ist das Design dieses vierstöckigen kulinarischen und önologischen Paradieses (im Untergeschoss befindet sich ein 10.000-Flaschen-Weinkeller, dessen Wände weinrot lackiert sind).


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Dies ist das Werk von Laura Sartori Rimini und Roberto Peregalli, den Mailänder Meisterarchitekten, die als Studio Peregalli zusammenarbeiten und zu deren Kunden so anspruchsvolle Ästheten wie Pierre Berge und John Currin und Rachel Feinstein gehören. Diese Meister der Atmosphäre haben beide mit dem legendären Renzo Mongiardino zusammengearbeitet und sind wie er von stimmungsvollen Details durchdrungen. Mongiardino selbst erwies sich als ein Meister im Restaurantdesign, als er entschied, dass er den italienischen Standard-Look der Nachkriegszeit seines lokalen Lieblingsrestaurants nicht mehr ertragen konnte, und verwandelte es in eine elegante Studie in Belle-Epoque-Eleganz mit milchiggrünem Anaglypta Wände und schmeichelnde Lichter aus Bernstein und Alabaster (diese wurden tatsächlich aus Harz gegossen: Mongiardino hatte keine Angst davor, zeitgenössische Innovationen in seine Suche zu integrieren, um die Vergangenheit heraufzubeschwören). Seitdem ist Da Giacomo eine zuverlässig köstliche Kulisse für lokale und besuchende Ästheten und Fashionistas. Das Studio Peregalli wiederum verwandelte das nahe gelegene Giacomo Bistrot in eine proustische Bibliothek – eine Hommage an die literarischen Cafés von einst. Anschließend entwarfen sie Giacomo Arengario, das sich im de Chirico-artigen Gebäude von 1926 befindet, das auch das Museo del Novocento beherbergt und einen atemberaubenden Blick auf den blass glänzenden Dom bietet. In ihren alchemistischen Händen verwandelte sich dies in ein Art-Deco-Gotham-Paradies (inspiriert von umfangreichen Recherchen in Manhattan, Paris und Chicago) mit Wänden, die wie eine Dunand-Vase lackiert sind und an die großen Jazz Age-Designer Sue et Mare und Ruhlmann erinnern.

Cracco hingegen befindet sich in der Galleria Vittorio Emanuele II, die vom Architekten Giuseppe Mengoni entworfen wurde, um die Piazza del Duomo mit der Piazza della Scala mit einer hoch aufragenden Einkaufspassage zu vereinen. 1877 eingeweiht, wurde es bald zum glamourösen Herzen des Luxushandels der Stadt: 1913 eröffnete hier der ursprüngliche Prada-Laden, der raffinierte handgefertigte Reisegepäck verkaufte In den letzten Jahren hat der Bürgermeister der Stadt ein Programm zur Wiederherstellung des alten Glanzes gestartet. Ein McDonalds zum Beispiel wurde durch den Prada Men’s Store ersetzt.

Peregalli und Rimini gewannen einen Bürgerwettbewerb, um die glorreichen Jahre der Galleria mit ihrem harmonischen Konzept zur Restaurierung der längst verschwundenen großen Restaurants und Cafés wiederzugeben. Carlo Cracco erhielt unterdessen den Zuschlag für ein vierstöckiges Gebäude in der Arkade und holte Studio Peregalli für die Umgestaltung. „Es gab keine historischen Spuren“, erinnert sich Laura Rimini, „im Laufe der Jahre war alles zerstört worden.“ Studio Peregalli musste daher die geschichtsträchtige Vergangenheit der Galleria von ihrer imposanten Pracht des späten neunzehnten Jahrhunderts bis hin zum Glamour der 1930er Jahre neu erfinden, damit die Innenräume die Ansichten widerspiegelten. Das Erdgeschoss des Gebäudes war ein Mercedes-Autohaus: Jetzt ist es ein überzeugendes Belle-Epoque-Café und eine Konditorei mit in Paris gefundenen Theken aus den 1920er Jahren und einem Mosaikboden, der Mengonis Originaldetails widerspiegelt. Der hübsche eiserne Aufzug, der mit lackiertem Glas und Messing verkleidet ist, bringt die Gäste nach oben in das Gourmetrestaurant, das einst unglaublicherweise ein Labyrinth trister Gemeindebüros war.

Rimini fand ein Dokument der Martine School mit prallen Poiret-artigen Blumen und verstärkte das Muster in einem riesigen neuen Maßstab, um eine auffällige Tapete in der Eingangsgalerie zu schaffen; eine Ansammlung riesiger, gegenüberliegender Spiegel mit Goldrahmen verstärkt den Effekt noch. Die alchemistischen Handwerker von Peregalli verwandelten den Raum in eine Reihe intimer getäfelter und verspiegelter Speisesäle in einer harmonischen seladongrünen Farbpalette. Ein weicher Teppich mit Deko-Muster und gewebte Rosshaarvorhänge halten die laute Welt in Schach und hüllen die Gäste in einen luxuriösen Kokon. Der geschaffene silbrige Veranstaltungsraum, die Sala G. Mengoni, ist eine ausdrückliche Hommage an das ursprüngliche kreative Genie der Galleria. „Wir haben alles gemacht“, sagt Rimini, „von der Einrichtung der neuen Volumen der Räume bis zum Design der Tischdecken.“ Sie schufen sogar die von Gio Ponti inspirierten Teller mit dem sagenumwobenen Porzellanhaus von Richard Ginori; eine perfekte Kulisse für Craccos stilvolle Erfindungen.