Guccis neuer globaler Make-up-Künstler hat gerade ein faszinierendes Beauty-Buch veröffentlicht

Thomas de Kluyver hat schon immer die Schönheit im Unvollkommenen gesehen. Tatsächlich hat der aufstrebende visionäre Maskenbildner Karriere gemacht, das Gewöhnliche – und das Außergewöhnliche – zu untergraben.


Lange bevor er für Sies Marjan lebhafte Blicke zeichnete oder bei Gucci kristallisierte Tränenprothesen auf die Wangen klebte, war der in Perth geborene de Kluyver noch ein Teenager im ländlichen Australien, der schöpferisch hungrig war. Inspiriert von Stéphane MaraisSchönheitsblitzund François Nars’Entscheide dich,er begann mit fluoreszierenden Pigmenten und Töpfen mit schillerndem Glitzer zu experimentieren. „Ich habe angefangen, meine Freunde zu schminken, bevor wir zu Rave-Partys gingen“, erklärt er. 'Mir ist nie in den Sinn gekommen, dass ein Junge Make-up als Beruf machen kann.' Das änderte sich, als ein 17-jähriger de Kluyver einen männlichen Maskenbildner traf, der an der örtlichen MAC Cosmetics-Theke arbeitete, und anschließend dort einen Job bekam. Im Alter von 20 Jahren zog de Kluyver nach London, als er die Anziehungskraft des Stadtlebens spürte und begann, in einem Nachtclub an der Tür zu arbeiten. „Ich habe selbst Make-up getragen und bin aufgefallen“, erklärt er. „So habe ich mein erstes Shooting gebucht.“

Vaseline und Haare
Bild kann Ferse Mensch und Finger enthalten

Foto: Harley Weir/ Mit freundlicher Genehmigung von Art Partner

Seitdem hat sich de Kluyvers provokatives Werk von den Laufstegen bis hin zu direktionalen Editorials von den anderen abgesetzt und die Nachfrage nach seinem richtungsweisenden Auge ist gestiegen. Anfang dieses Monats von Gucci-Kreativdirektor Alessandro Michele zum globalen Maskenbildner des italienischen Modehauses ernannt zu werden, ist nur sein jüngster Coup. Doch trotz des rasanten Aufstiegs des 33-Jährigen hat sich de Kluyver nicht zu weit von seinen Wurzeln entfernt. Tatsächlich reflektiert er sie in seinem neuen Buch,Alles was ich sein will, herausgegeben von IDEA. Visuell verlockend und mit Hilfe von Art Director Ben Kelway und dem Dichter Wilson Oryema erzählt, zeigt de Kluyvers 144-seitiger Wälzer abstrakte Aufnahmen mit sechs verschiedenen befreundeten Fotografen. „Ich bin mit vielen Mitarbeitern sehr eng verbunden und dachte, es wäre schön, [meine Arbeit] dauerhafter festzuhalten als [in] einem Magazin oder Instagram“, erklärt er. „Und dabei wollte ich eine sehr vielfältige Gruppe von Menschen präsentieren, ihre Identität und Eitelkeit untersuchen und dann ihre Schönheit durch die Linse des Findens in sich selbst darstellen.“

Bild kann Kontaktlinse Mensch und Person enthalten

Foto: Sharna Osborne / Mit freundlicher Genehmigung von Art Partner


Mit einem Schwerpunkt auf Inklusivität, Identitätspolitik und radikaler Selbstdarstellung präsentiert de Kluyver sechs verschiedene redaktionelle Aufnahmen, die für jede Charaktergruppe einen durchdachten Kontext bieten. Da ist die Technicolor-Strecke von Harley Weir mit japanischen Erwachsenenfilmstars in der Hauptrolle, mit fuchsia- und mandarinefarbenen Ausbrüchen auf den Wangen und ganzkörperlich aufgetragen auf einige der Models, während eine – der Titelstar des Buches – ihr Gesicht mit Farbe durchtränkt hat effektvolles Funkeln und die Lider sind willkürlich mit Narzissenschatten bedeckt. Als er mit Sharna Osborne junge Skater-Jungs fotografierte, versuchte de Kluyver, 'Männlichkeit im Make-up zu entdecken', indem er harlequinische Formen in verwaschenen Kobalt-, Karmesin- und Kanarientönen auf ihre Gesichter malte. Ebenfalls auf den ersten Blick der Jugend zu zielen ist das Oliver Hadlee Pearch-Shooting, bei dem Teenager mit Lippenstift-verschmierten Zähnen und cartoonartigen falschen Wimpern auftauchen. „Ich wollte die Unschuld, Unbeholfenheit und Naivität eines Teenagers einfangen“, erklärt de Kluyver. „Genau diese Zeit, in der du alleine herumhängst und Make-up als Ausdrucksmittel entdeckst.“

Es ist eine Vorstellung, die bei de Kluyver, der sich vor seinem Schlafzimmerspiegel die Zähne schnitt, immer noch tief anklingt, mit Postern von Courtney Love und Shirley Manson, die die Wände um ihn herum verputzen. „Ich habe keine Make-up-Schule besucht oder eine formelle Ausbildung gemacht“, sagt er. „Ich habe mich einfach so geschminkt, wie ich es für schön hielt. Und jetzt nimmt die Branche diese Freiheit endlich an.“


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Alles was ich sein willist ab sofort in einer limitierten Auflage von 750 Exemplaren erhältlich auf ideenow.online und auf dem Dover Street Market. Ein Teil des Erlöses kommt Meerjungfrauen Großbritannien , eine britische gemeinnützige Organisation, die geschlechtsspezifische und transgender-Kinder und -Jugendliche unterstützt.

Bild kann Human Person Mouth Zähne Lippenkosmetik und Lippenstift enthalten

Foto: Oliver Hadlee Pearch / Mit freundlicher Genehmigung von Art Partner


Bild kann Finger Mensch und Person enthalten

Foto: Zoe Ghertner / Courtesty of Art Partner

Bild könnte Gesicht Mensch Mund Lippen und Haare enthalten

Foto: Fumiko Imano / Mit freundlicher Genehmigung von Art Partner

Bild könnte Grace Mahary Gesicht Mensch Haar Kiefer Kopf und schwarzes Haar enthalten